Ein letzter Jazzabend in besonderer Kulisse: Am 25. April fand die Schweriner Jazznacht noch einmal in der Schelfkirche statt – mit dem Dieter-Ilg-Trio und einem Programm, das persönliche Geschichten und große Musik verbindet.
Weil von 2027 an der Dachstuhl des Gotteshauses saniert werden soll, macht die Schweriner Jazznacht in diesem Jahr zum vorerst letzten Mal Station in der Schelfkirche. Es dürfte jedoch am 25. April um 19 Uhr kein leiser Abschied werden. Jazznacht-Organisatorin Marianne Wöhrle-Braun hat zum Konzert einen Musiker eingeladen, der die Reihe seit Jahren begleitet: Dieter Ilg. Gemeinsam mit seinem Trio bringe Ilg das aktuelle Programm „Motherland“ mit – ein bewusst gewählter Schlusspunkt nach vielen bejubelten Abenden, sagt Wöhrle-Braun.
Dieter Ilg kehrt mit Trio nach Schwerin zurück
Dieter Ilg ist in Schwerin kein Unbekannter. Bereits 2018 stand er bei der Schweriner Jazznacht im Mecklenburgischen Staatstheater auf der Bühne – zusammen mit Till Brönner und seinem Trio. 2021 folgte ein Auftritt beim Open Air auf dem Alten Garten. Nun kehrt der Musiker mit seinem langjährigen deutsch-französischen Trio zurück. Mit dem Bassisten Ilg spielen Rainer Böhm am Klavier und Patrice Héral am Schlagzeug. Zusammen stehen sie für ein Zusammenspiel, das sich über Jahre entwickelt hat.
„Motherland“: Persönlich, vielfältig, nahbar
Das Programm „Motherland“ hebt sich bewusst von früheren Projekten ab. Statt sich an klassischen Komponisten zu orientieren, setzt Ilg diesmal auf eine Mischung aus eigenen Stücken, Lieblingsliedern, Popsongs der 60er- und 70er-Jahre und persönlichen Erinnerungen. „Motherland“ ist für ihn eng mit Herkunft, Tradition und dem Gefühl von Zuhause verbunden.
Einer der prägenden Jazzmusiker Europas
Seit Jahren zählt Dieter Ilg zu den einflussreichsten Stimmen des europäischen Jazz. Sein Spiel verbindet nach Ansicht von Experten technische Brillanz mit großer Sensibilität und einer spürbaren Energie. Für seine Arbeit wurde Ilg mehrfach ausgezeichnet, darunter mit drei Echo-Jazz-Preisen. Auch seine beiden Mitmusiker tragen entscheidend zum Klang des Trios bei. Böhm und Héral gelten als Musiker, die ihren Instrumenten eine eigene Handschrift geben.
Quelle: www.nordkurier.de
Von Christian Koepke
Veröffentlicht: 19.04.2026 • 15:33 Uhr